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15 Jahre Zahntechniker-Innung Thüringen und ein Blick in die Zukunft

95 Zahntechnikerinnen, Zahntechniker und Gäste haben das 15-jährige Bestehen der Zahntechniker-Innung Thüringen Revue passieren lassen. Viel hat sich in den Jahren auf dem Gesundheitssektor und im Bereich Zahntechnik bewegt, es gab Höhen und Tiefen. Zu der 1990 aus 20 Betrieben gegründeten Gemeinschaft zählen jetzt 125 Mitglieder.

Der Aufbau und die Entwicklung der Gesellen- und Meisterausbildung war Voraussetzung dafür, die Handwerksstrukturen in die richtigen Bahnen zu lenken. Mit der Gründung des Berufsbildungszentrums der HWK Erfurt war die Möglichkeit der beruflichen Fortbildung gegeben. Überbetriebliche Lehrunterweisungen und Weiterbildungskurse konnten hier organisiert werden. Viel Neuland gab es Anfang der 90er Jahre zu beschreiten - heraus aus der Mangelwirtschaft und hin zu neuen Techniken und Materialien.

Jetzt stehen die Zahntechniker vor anderen Herausforderungen, in der Zeit der Umstrukturierung im Gesundheitswesen, der Globalisierung und der sich öffnenden Märkte gilt es, im immer härter werdenden Wettbewerb bestehen zu können.

Neue Regelungen durch den Gesetzgeber haben mit der Einführung der Festzuschüsse Anfang des Jahres 2005 unser Handwerk in eine Existenz bedrohende Situation gebracht. Sehr deutlich zeigt sich dies in den Auftragsrückgängen und der Umsatzentwicklung der einzelnen Quartale, auf die der Obermeister, Wolfgang Zierow, in seinem Bericht eingeht. Forderungen hinsichtlich Nachbesserungen des Systems wurden von Seiten der Innungen und des VDZI auf Landes- und Bundesebene gestellt. Nach Aussage von Herrn Fedderwitz (Vorsitzender der KZBV), teilt OM Zierow mit, sollen nun endlich Veränderungen vorgenommen werden, das betrifft insbesondere die Reparaturen und die Teleskopversorgungen. Aber bekanntlich mahlen die Mühlen des Gesetzes sehr langsam. Hoffentlich nicht zu langsam für unser Handwerk. Immer mehr ausländische Anbieter drängen mit Billigangeboten auf den deutschen Markt.

Wo bleiben dann hier unsere Vorteile? Unsere Stärke und gleichzeitig auch unsere Chance für die Zukunft sind einmal gegeben durch die Standortvorteile, die wir haben und liegen zum anderen in der guten partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit unseren Kunden, den Zahnärzten und dem Wissen um die Bedürfnisse unserer Patienten. Meisterliche Qualitätsarbeit, geprüfte Materialien und höchste Ansprüche an Präzision und Ästhetik, jedes individuell gefertigten Zahnersatzes, sind gefragt. Der Aufbau eines Qualitätssicherungskonzeptes wäre ein Weg, den wir zukünftig gemeinsam gehen könnten.

„Ziel ist es“ , so der Präsident des VDZI, Jürgen Schwichtenberg, in seinem Vortrag, „die Innungsfachbetriebe als Qualitätsgemeinschaft Allianz Meisterliche Zahntechnik im Zusammenwirken von VDZI und Innungen bundesweit zu etablieren.“

Wir alle sollten uns bewusst sein: die Leistungen unserer Betriebe sind ein wichtiger Beitrag auf dem Gebiet der Zahngesundheit, ein Beitrag zur Gesunderhaltung der Menschen. Die Innung wird dabei die Interessen ihrer Mitgliedsbetriebe gegenüber der Öffentlichkeit, der Bevölkerung und der Politik, vertreten.

10 Jahre Zahntechniker-Innung Thüringen

In der Wendezeit 1989/90 herrschte eine große Verunsicherung unter den im staatlichen Gesundheitsdienst tätigen Zahntechnikern. Die 3 Obermeister aus den Bezirken Erfurt (Herr Zierow), Gera (Herr Breest) und Suhl (Herr Hempel) nahmen mehrere Kontakte zu bundesweiten Innungen und anderen Obermeistern auf. Viele Kollegen aus den Alten Bundesländern boten ihre Hilfe an, wie der damalige Präsident des VDZI (Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen), Herr Schütz, der Geschäftsführer des VDZI, Herr Klutke, und Herr Winkler vom VDZI, sowie die Obermeister Herr Kanter, Herr Rappe, Herr Geisel und Herr Heckens.

1990 fanden bereits die ersten Versammlungen in Vorbereitung der Innungsgründung in Thüringen statt, welche dann mit 20 Gründungsmitgliedern am 17.10.1990 im Gildehaus Erfurt erfolgte. Auf Anraten von Herrn Eberhard Schütz (VDZI) wurden in Thüringen nicht 3 Bezirksinnungen, sondern eine Landesinnung gegründet, um bei Vertragsverhandlungen eine unnötige Zersplitterung zu vermeiden.

Die erste Geschäftsstelle unserer Innung befand sich in Nordhausen, in der Karolinger Str.34. Ihre Hauptaufgabe war damals die Erarbeitung der Innungssatzung und die Installation des Dualen Systems bei der Berufsausbildung. Bald wurden die Gesellenprüfungsausschüsse für Thüringen errichtet.

Mit Unterstützung der Handwerkskammer Erfurt und dem VDZI wurde in Weimar die erste Meisterschule für das Zahntechniker-Handwerk gegründet und ein Meisterprüfungsausschuss berufen. Der Aufbau der Meisterschule war von großer Wichtigkeit, da die Führung von Handwerksbetrieben (Zahntechnische Labore) nach Ablegung der Meisterprüfung dem Handwerksrecht Geltung verschaffte.

Am 06.01.1992 trat die Zahntechniker-Innung Thüringen dem Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen bei. Nachdem dieser zunächst die Vergütungsverhandlungen für die Innungen der Neuen Bundesländern übernommen hatte, wurden später auf Landesebene Vergütungs- und Verhandlungskommissionen gebildet, die dann in eigener Verantwortung tätig waren.

1996 zog unsere Geschäftstelle in ihr jetziges Domizil, die Neustadtstr. 6 in Nordhausen, um.

Ein Höhepunkt und Zugleich eine Ehre für unsere Innung war die Ausrichtung des 40. Verbandstages des VDZI in Weimar im Mai 1996.

Im November 1996 eröffnete das Berufsbildungszentrum (BBZ) der Handwerkskammer Erfurt, in dem seit 1997 alle Auszubildenden des Zahntechniker-Handwerks aus ganz Thüringen ihre Zwischen- bzw. Gesellenprüfungen ablegen. Auch die überbetrieblichen Lehrunterweisungen (ÜLO) finden in diesem Gebäude statt.

Zahlreiche Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen wurden und werden von unserer Innung initiiert und durchgeführt, so z.B. die Thüringer Zahntechnikertage, die im 2-Jahresrhythmus stattfinden. Ein wichtiges Ereignis in dieser Tradition war der 4. Thüringer Zahntechnikertag im Jahr 2000, der unter dem Motto „Zahnmedizin 2000“ stand. Es handelte sich hierbei um eine Gemeinschaftsveranstaltung der Zahnärzte, der Zahnarzthelferinnen und der Zahntechniker, die das gemeinsame Ziel einer guten Zahnheilkunde zum Wohle der Patienten unterstrich.

Dank der „Reformfreudigkeit“ der Regierung hatte sich das Zahntechnikerhandwerk in den zurückliegenden Jahren schon oft auf neue betriebswirtschaftliche Veränderungen einstellen müssen. Als Folge der Ausgliederung aus der RVO stellten sich 1998 die Betriebe ganz schnell vom Sachleistungsprinzip auf das Festzuschusssystem um. 1999 erfolgte wieder die Kehrtwende zum System mit BEL I und im Jahr 2000 wurde bereits die BEL II umgesetzt, welche zum 01.01.2001 in Kraft trat.

10 Jahre sind eine vergleichsweise kurze Zeit, dennoch wurde in den zurückliegenden Jahren durch unsere Mitgliedsbetriebe und durch die Zahntechniker-Innung sehr viel bewegt und geleistet.

Ihr Schönster Schmuck: Schöne Zähne!


Zahntechniker-Handwerk